Musikkapelle Marzoll

 

Info über Marzoll

Noch heute kann der aufmerksame Wanderer auf alte königlich-bayerische Grenzsteine stoßen, wenn er zwischen Schwarzbach und Weißbach durch das weite Wiesenland rings um Marzoll streift. Nur einen guten Steinwurf von Marzoll (485 m) liegt die Grenze zu Österreich (Grenzübergang nur für Fußgänger).


Das zinnengekrönte Schloß mit altem Baumbestand und Schloßteich und die freundliche, helle Kirche mit Friedhof bilden in parkähnlicher Landschaft eine ruhige Idylle.Belegt durch Funde von Brandgräbern und Mosaikfußböden kann Marzoll auf eine über 3000jährige

Besiedlungsgeschichte zurückblicken. An der Stelle des Marzoller Schlosses, dessen Ursprung wohl etwa ins 12. Jh. zurückreicht, dürfte zur Zeit der Römer bereits ein Kastell, zumindest ein Wachtturm gestanden haben, der mit anderen befestigten Plätzen in der Umgebung Sichtkontakt hatte und der Sicherung ihrer Straßenverbindung zwischen Reichenhall und Juvavum (Salzburg) diente. Im Mittelalter war der Schloßbau dann über herrschaftliche Residenz verschiedener Adelsgeschlechter, die im Laufe der Zeit auch grundlegende Umbauten vornahmen. Seine vier markanten Rundtürme erhielt das Bauwerk im 16. Jh. und sein jetziges neugotisches äußeres erst um 1840.

Werfen wir einen Blick in die St.Valentin-Kirche. Schon im Salzburger Güterverzeichnis aus dem Ende des 8.Jh. wurde erstmals eine Kirche an dieser Stelle erwähnt. Die heutige Kirche wurde 1143 geweiht und Anfang des 15.Jh. grund-legend umgebaut. Sie unterstand früher dem Reichenhaller Kloster St. Zeno. Die meisterhaften Stuck-arbeiten stammen von Benedikt Zöpf. Zwei lebensgroße Statuen links und rechts am Altar stellen den hl. Laurentius und den hl. Ulrich dar. Das Altarbild selbst zeigt den hl. Valentin mit Bischofsstab, Schutzheiliger u. a. für die Kranken. Ein altes, wohl aus der ersten Hälfte des 15.Jh. stammendes Fresko links im Altarraum kam erst 1967 bei Renovierungsarbeiten zutage. Unten rechts sieht man darin einen an der "hinfalleten Krankheit" (Epilepsie) erkrankten Buben mit dickem Kopfschutz. Aus alten Zeiten stammt auch die verwitterte "gotische Leuchte" beim Sakristeieingang, der man durch Anbringung von Schrifttafeln zu Beginn des 19.Jh. eine neue Funktion als Kriegerdenkmal gegeben hat. An der Südmauer des alten Friedhofsteils stehen die Grabmäler derer "von Malsen", der letzten auf Schloß Marzoll residierenden Adelsfamilie.